Ilias

Sehr spontan haben wir einen Termin gefunden, um (endlich, endlich, endlich) eine neue Folge für Utopia aufzunehmen. Bevor es losgeht, gibt es einen kleinen Exkurs in das goldene Zeitalter. Auch an dieser Stelle der Hinweis: Wenn ihr Lust auf mehr habt, dann gebt uns doch einfach eine Rückmeldung dazu.

Das eigentliche Thema der Episode ist allerdings die *Ilias bzw. der letzte Gesang innerhalb der Ilias. Ich vermute eine soziale Utopie in dieser Stelle und versuche, sie zu beschreiben. Die Konsequenz daraus ist, dass wir von der Ilias zu den Nibelungen, über Gandhi und sämtliche “Schurken” der modernen Welt kommen (so fühlt es sich zumindest an).

Wie wesentlich die hier dargestellte Struktur offenbar ist, zeigt sich allein an der Vielzahl der Themen, die sich daraus ergeben: Gibt es Menschenrechte? Welche Konsequenz hat der Einsatz von Drohnen? Wie sollte Gesellschaft überhaupt gestaltet sein?

Also, viel Vergnügen beim Hören!

Gerne möchte ich auch an dieser Stelle auf den flattr-badge-large von Stefan hinweisen.

9 Kommentare

  1. wieder ne schöne folge, danke 🙂
    bin nur bei den ganzen Namen der alten Griech_innen und den vielen historischen Ereignissen nicht ganz durchgestiegen und hab dann irgendwie die utopischen Momente verpasst. vllt sollt ichs mir nochmal anhören…

    würd mich freuen, wenn in den weiteren Folgen auch wieder etwas “moderneres” vorkommt, also aus der nach-Morus-Zeit. Spannend find ich Fouriers “Theorie der vier Bewegungen”, Morris “Kunde von Nirgendwo” oder, wenns noch nicht zu “neu” ist, bolo’bolo von P.M.

    • Horay

      Hallo Torben,

      vielen Dank für deine Rückmeldung und auch vielen Dank für die Utopie-Wünsche. Zu modern geht nicht 😉 Den Morris hatte ich tatsächlich mit geplant, Fourier schaue ich mir gerne an und p.m. wäre mir fast weggerutscht. Für die nächste Folge wird es leider noch nichts mit diesen Texten, da wir jetzt am Montag schon aufnehmen wollen. Aber ich nehme sie gerne mit auf die Liste.

  2. Vielen Dank für einen tollen und spannenden Podcast, bei dem man viel und gleichzeitig gerne lernt, weil ihr euch so viel Mühe gebt, auch dem Zuhörer der den Bezugstext nicht gelesen hat möglichst viele Informationen verständlich an die Hand zu geben.
    In diesem Kontext würde ich anregen, sich nicht so häufig zu entschuldigen und zu sagen, hier mal “nur ganz kurz” etwas einzuschieben. Gerade diese Einschübe und Nebengedanken machen für mich den Reiz des Gesprächs aus, also entschuldigt euch nicht dafür, sondern habt ruhig den Mut, das immer und immer wieder zu tun. 🙂
    Als Anregung fände ich es übrigens spannend, sich einmal mit “The Henmaids Tale” auseinanderzusetzen, auch wenn es sich dabei ja eher um eine Dystopie handelt. Leider wurde mir die Geschichte durch den Englisch-LK und die furchtbare filmische Umsetzung nicht grade zum Freund gemacht, aber ich denke schon, dass man auch dort eine Menge draus ziehen könnte.

    • Horay

      Hallo David,

      hab vielen Dank für deine Rückmeldung. Schön, dass dir unsere Abschweifungen und Nebengedanken gefallen. Mir machen diese Einschübe auch am meisten Spaß, denn da wird es für mich selbst immer spannend (an den Entschuldigungen arbeite ich) 😉

      The Henmaids Tale kenne ich (trotz English-LK) nicht. Ich habe mich einmal kurz informiert und es scheint mir auf jeden Fall ein sehr streitbares Buch zu sein. Danke für diese Anregung. Dystopien haben hier selbstverständlich auch Platz.

  3. Hallo ihr Beiden,

    wenn ich mich richtig erinnere, dann sagt ihr, dass die Asylbewerber in Deutschland von Grundrechten ausgenommen sind weil sie keine Staatsbürger der BRD sind. Das Grundgesetz Art. 1 Abs 1 ist da eindeutig:

    “(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.”

    Abs. 3

    “(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.”

    Die Worte “Jeder” und “Mensch” implizieren ja die Universalität der Grundrechte, die unabhängig von der Staatsbürgerschaft gilt. Wie das Grundgesetz dann in der Praxis ausgelegt wird steht dann auf einem anderen Blatt. Theorie und Praxis sind leider zwei Paar Schuhe.

    Ich würde die These vertreten, dass Asylbewerber explizit Grundrechte aufgrund des Grundgesetzes besitzen. Diese These muss bisweilen deutlich in der Gesellschaft besprochen werden. Wir haben kein Problem mit dem Recht sondern mit deren Auslegung bzw. Konstruktion.

    Ich wundere mich immer wenn Andere so erstaunt sind, wenn die antiken Griechen ähnliche Gedanken denken wie wir. Wenn wir vernunftbegabte Wesen sind, ist es dann nicht “logisch” dass wir ähnlich denken? Ist es nicht auch logisch, dass wir mit den selben Kernproblemen zu kämpfen haben wie die antiken Griechen? Sind die Zielvorstellungen einer “guten” Gesellschaft nicht in allen Zeiten und Kulturen zu mindestens ähnlich?

    Ansonsten Danke für die interessanten Einblicke und Anstöße,

    Gruß, David

    • Horay

      Hallo David,

      hab viele Dank für deine Überlegungen. Leider kann ich die von dir postulierte Allgemeingültigkeit für Art.1 GG in der Praxis und auch in der Rechtsprechung nicht sehen, obwohl ich das sehr begrüßen würde. Dazu kommt, dass im Art. 16a GG geregelt wird, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um in der BRD den Status eines/einer Asylsuchenden zu erhalten. Beschäftigt man sich ein wenig mit dem Asyl- und Flüchtlingsrecht, wird schnell deutlich, dass Art.1 GG, für nicht-Bürger der BRD, nicht zum Tragen kommt. Da es auch für andere Status (Pl.) (Gastarbeiter_innen etc.) Einschränkungen gibt, und auch hier das GG nicht umfassend gilt (bzw. sich diese Menschen nicht darauf berufen können), wäre es wünschenswert, gäbe es allgemein gültige und Staaten übergreifende Menschenrechte. Das war in etwa unsere Argumentation.

      Ich finde es tatsächlich erstaunlich, für mich sehr aktuelle Gedanken und Überlegungen schon in Kulturen wieder zu finden, die ihre Blütezeit vor ca. 2500 Jahren hatten. Die Vorstellungen von einer guten Gesellschaft (oder von Gesellschaft überhaupt) sind in den unterschiedlichen Zeiten, Epochen und Regionen dann doch sehr verschieden. Und auch die Versuche, diese Ideen umzusetzen, fallen nicht immer gleich aus. Aus diesem Grund finde ich es spannend, Übereinstimmungen zu finden (nicht nur in Hinblick auf die Griechen).

      Grüße

      Steffi

  4. Hallo,

    ein sehr schöner Podcast (und endlich verwendet jemand das Wort “tatsächlich” genau sooft wie ich in meinen Podcasts 🙂 )

    …aber ich persönlich finde die “Ilias” nicht besonders utopisch. Im Prinzip wird doch nur ein Element aus der ganzen Geschichte herausgenommen… wenn es nur das ist was zählt, dann könnte man doch praktisch jede Geschichte als Utopie ansehen.

    Nichtsdestotrotz, ich wurde gut unterhalten und gut informiert.

    • Horay

      Hab vielen Dank für dein Rückmeldung.

      Es ging mir in der Ilias in der Tat nur um diesen Moment, auf den allerdings die gesamte Handlung hinaus läuft. Ich finde die Überlegung sehr spannend, ob jede Geschichte etwas Utopisches in sich hat, auch wenn mir spontan eine Reihe von Geschichten einfallen, bei denen ich sicher erst danach suchen müsste. Aber, ich denke gerne einmal darüber nach.

      Und ja, mit dem tatsächlich gehe ich tatsächlich sehr großzügig um. 😉

      Vielen Dank auch für den Buch-Tipp. Ich nehme ihn gerne in meine Wunschliste mit auf.

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